Dienstag, 21. September 2010

Tag einundfünfzig

Etappe: Cajarc- Bach 29km... oder so
Unterkunft: gite d'etape le relais d'arc en ciel Le Moulin

heute war nicht mein tag. Das frühstück beginnt mit einer philosophischen debate mit Sue, der Australierin. Wir kommen auf träume zu sprechen und ich erzähle ihr von meinem gestrigen traum- einem der wenigen an die ich mich erinnere. Ich wecke mich selber auf, weil ich im traum einen tobsuchtsanfall habe und alles auf den boden schmeisse, wärend ich schreie und fluche. Der ausbruch in meinem traum ist so stark dass anscheinend sogar meine bettnachbarin davon was mitkriegt. Das komische ist, dass er von einem meiner familienangehörigen ausgelöst wurde die etwas tat was sie in wirklichkeit niemals tun würde. Wir kommen dann darauf zu sprechen, ob andere menschen uns verletzen können oder nicht und finden beide – nur wir alleine entscheiden ob wir uns von anderen verletzen lassen oder nicht.

Tja – nach so schwergewichtiger kost ziehe ich dann endlich los- etwas später als gewollt. Es ist neblig und nur gerade vier grad warm – für einen moment wünsche ich mir ich hätte meine handschuhe noch, welche mir in Livinhac abhanden gekommen sind.

Cajarc ist ein schwieriges kaff um wieder rauszukommen und heute morgen bin ich irgendwie nicht bei der sache. Ich übersehe eine wegmarke und verbringe daraufhin eine stunde damit mich wieder zurechtzufinden und endlich den weg aus der stadt zu finden. Da ich eine lange etappe vor mir habe, bedeutet das, dass ich erst gegen sechs im gite ankomme. Die letzten zwei stunden scheinen kein ende nehmen zu wollen und alle strecken irgendwie falsch angeschrieben, aber endlich komme ich in begleitung dreier Franzosen, die auch im gite übernachten endlich an. Den ganzen tag hindurch habe ich mühe gehabt dem weg zu folgen, wo ich normalerweise einen guten instinkt habe. Zudem bedauere ich es heute noch mehr als gestern, meinem geiz nachgegeben zu haben und den Randonn wanderführer mit den 50'000er karten nicht gekauft zu haben. Ich fühle mich mit den mickerigen krokies, welche es in meinem wanderführer hat, verloren. Ich kann mir kein rechtes bild meiner umgebung machen und hätte mich sicher in Cajarc nie so verfranst, wenn ich eine gute karte gehabt hätte.

Da wir erst um sechs ankommen wird alles sehr spät – duschen, wäsche waschen, abendessen. Die gite ist zwar total schön in einem alten haus, aber wenn ich ein öffentliches haus hätte, dürften die toiletten nicht so aussehen. (ich höre jemanden Ha! Sagen.. ) Das abendessen ist – interessant. Martian, ein junger mann bei dem ich nicht so recht weiss wie er ins bild passt, kocht vegetalien – ohne eier, fleisch und milch. Es gibt ein wildes durcheinander von samosa, polenta, linsen, einem feinen salat, selbstgebackenem brot ohne weizen und avokadoaufstrich. Das essen ist aber gut und schmackhaft. Erst gegen zehn abends kann ich mich loseisen und ins bett, wo ich aber jetzt noch den bericht geschrieben habe. Morgen steht mir nochmals eine lange etappe ins haus, ich hoffe aber, dass ich da etwas früher ankommen werde. Cahor ist gross und es gibt noch einiges was ich erledigen möchte- z.b. endlich ein laufendes internet. Also schreibe ich heute trotz schweren augenlidern noch, damit das morgen nicht auch noch ansteht.

For ES

Today is not my day. I start early into a foggy and icy day. My thoughts are not on the way so I miss a waysign and spend a good hour finding the correct way out of town. Finally I manage it, but the loss of that hour means that after a strenuous 29 km I arrive only at six at the gite in company of three French people who are also staying there. Throughout the day I have been missing waysigns – which is unusual since I generally have a good instinct for the way. Part of the way I walk with Bruno, a Swiss and Karl an Austrian – but the last four kilometers I walk alone until I meet the French – and the way just seems interminable. It is with a sigh of relief that we reach the gite.

Due to the late time of arrival everything else gets delayed to – shower, laundry, evening meal. Martian – a rather strange young man – cooks for us vegetalian – without milk, cheese or egg. He puts a wild mix of things on the table but the endproduct is very nice to eat. It is past ten before I am able to go to bed – and I haven't even written the diary yet so I do it with drooping eyelids so that I would not have to do it tomorrow in Cahors. There is another long etappe waiting for me and I want to be early in the town – there are a few things I need to do.

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