Sonntag, 31. Oktober 2010

Tag zweiundneunzig

Etappe: Calvor – Portomarin 26 bis 30km (je nach guide)
unterkunft: albuerge de la Xunta Galicia

Es regnet – immer noch. Galizien ist ja dafür bekannt dass es viel regnet, aber der dritte tag mit pflutschnassen füssen ist etwas mühsam. Besonders wenn es am abend nicht mal papier hat um die schuhe zu trocknen. Aber beginnen wir am anfang.

Obwohl wir eine stunde länger schlafen können kommen wir nur schwer aus den federn. In der albuerge gibt es nichts in der küche ausser zwei gläser. Frühstück ist so in der nähe auch nicht zu kriegen, also kramen wir alles zusammen, was wir noch haben als da sind: drei müsliriegel, zwei Kitkat, multivitamin brausetabletten, drei kaffepulversäckchen, eine mini toblerone, zwölf wallnüsse und einen sack rohe maroni.

Maria hat eine tasse aus aluminium und meint damit könne man doch wasser für kaffee kochen. Die tasse hat aber keine gute auflage – das wasser wird nicht richtig heiss. Dafür stellt sich heraus, dass sich Maroni wunderbar auf der herdplatte rösten lassen, also mache ich mal eine portion maroni wärend die anderen die nüsse knacken. Zu dritt teilen wir uns dann zweimal zwei halbe gläser lauwarmen kaffee und am schluss bleiben die müsliriegel sogar übrig. Danach machen wir uns völlig zu spät nach neun auf den weg, zum ärger der herbergsdame, die um neun auftaucht und grummelt, wir hätten schon um acht verschwunden sein sollen.

Obwohl wir gemäss meiner führer nicht so viel zu laufen haben wie gestern bin ich nicht besonders zu fuss. Am anfang regnet es auch nur so spritzerweise und ich bleibe lange trocken, aber dann giesst es mal und der wind klatscht mir den poncho an die beine – damit ist mein schicksal als trockenfüsser besiegelt – innert kurzer zeit muss ich mir um pfützen keine sorgen mehr machen weil der wasserstand in den schuhen dem der pfützen entspricht. Aber immer noch ist der wind relativ warm und so geht das laufen trotzdem. Anscheinend mögen meine füsse auch eher nasse schuhe als heisste, trockene.

In Portomarin kommen wir erst um 16 uhr an. Wir gehen erst mal in ein restaurant essen, danach diskutieren Maria und Renaud ob sie noch weiter sollen. Für mich ist klar – hier ist für heute schluss. Schliesslich entschliessen auch sie sich zu bleiben und wir suchen nach einer albuerge.

Der schlafsaal ist mit mindestens zwanzig plätzen geragelt voll. Trotzdem finde ich noch ein bekanntes gesicht – Sven, der über die lange strecke nach Portomarin gelaufen ist.

Nach etwas haushalten – duschen, wäsche sammeln und in die maschine stecken (und danach draussen darauf lauern, dass ein trockner frei wird) habe ich noch etwas zeit zu schreiben.

Die nächsten zwei tage werde ich es etappenweise etwas leichter nehmen – hetzen bringt jetzt nicht mehr viel, weil die herbergen ziemlich dünn gestreut sind und ich auch so termingerecht ankommen werde.

For ES

It's raining - again. Galizia is known for its rain but a third day with wet shoes that feel like private swimming pools it is beginning to be a bit annoying. Especially since the albergue doesn't even have paper to stuff the boots for drying. But let's begin at the beginning.

Despite sleeping an hour longer (daylight saving is set back) we get up late. The albergue provides nothing in the kitchen except two glasses. There is no handy bar nearby for breakfast so we pool our things for breakfast and come up with: three cereal bars, two kitkat, a minitoblerone, twelve nuts, a bag of raw chestnuts, multivitamin tablets for drinking, and three bags of powerdered coffee.

There is no pot to boil water so Maria tries whether her cup will work. Unfortunately the bottom of the cup is not flat so the water heats extremely slowly. But we find that roasting chestnuts on the hot stove works like a treat, so I roast about half of the chestnuts while the others peel the nuts. In the end we share two glasses of lukewarm coffee between the three of us and dine on the chestnuts and nuts. The muslibars are left for later.

Walking today is a bit more difficult- I take quite a bit of time to get going and am really glad to arrive in Portomarin. We head for a restaurant for lunch and Maria and Renauld discuss whether they want to continue. For me it's definitely the end today. I don't need to add more kilometers for the next two etappes, I will arrive on time anyway.

There is a bit of housekeeping to be done, showering, washing the clothes in the machine and then waiting for a dryer to be free- so I got the time to write. And if I am lucky Sven will even get me a few newspapers to stuff my boots.

3 Kommentare:

  1. Hallo Barbara!
    Respekt! Danke schön für deine Berichte, ich würde so etwas nie machen.
    Elke

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  2. kann das wahr sein?
    du bist ja bald da
    echt mal, ich würde das auch nie machen
    auch von mir noch mal
    R E S P E K T

    so, nun aber mal dalli dalli
    der garten wartet *lach*

    ganz liebe grüße an dich
    regina

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  3. Wie ihr im nächsten eintrag lesen könnt - Ich will nach HAUSE :((...

    Ich bin echt froh wenn ich endlich ankomme und meinen rucksack absetzen kann... dann werde ich ihn nicht mehr so schnell anschauen! Noch meine wanderschuhe!

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