Sonntag, 8. August 2010

Tag acht

Nichts zu tun zu haben kann manchmal eine gnade sein. Gestern abend hatte ich meinen blogeintrag geschrieben, die wäsche gewaschen, das nachtessen verdrückt und danach – wollte ich eigentlich an einer kurzgeschichte schreiben, die am gären ist. Aber ich war zu müde. So setzte ich mich einfach auf das bänkchen an der sonne und tat – nichts.

Links von mir grasten die kühe in hastiger eile und rechts unten weideten ein paar schafe in einer tannenplantage. Das helle geklingel der schafsglöckchen vermischte sich mit dem dunkleren der kuhglocken zu einer wunderschönen symphonie. Über dem see bohrte sich die sonne durch ein paar widerspenstige wolken und sandte jakobsleitern aufs wasser, das hell aufblitzte. Die berge in der ferne verloren alle details und erschienen wie gestaffelte scherenschnittsilhouetten in sanft verblassenden blautönen. Irgendwo da hinten wartet der Brünnig darauf von mir bezwungen zu werden.

Ich ahnte - in der tatenlosigkeit liegt die nähe zu gott. Nur wenn wir alle sinne öffnen und uns die zeit und musse nehmen, alles auf uns einwirken zu lassen erhaschen wir eine ahnung der grösse der schöpfung. Wer emsig immer fleissig schafft, verrichtet vielleicht Gottes werk – aber überhört warscheinlich Gottes wort.

Du liebe güte – jetzt werd ich aber wirklich phisolofisch. Manchmal gehn halt einfach die worte über.

Heute – fand nicht statt.

Nachdem ich mich bis gegen drei uhr immer wieder neu umbette weil meine beine finden-so tut es weh-so auch – und so schon gar, finde ich an morgen, dass ich in dem fall halt meinen beinen einen tag ruhe gönnen werde. Es ist schliesslich sonntag und ich bin schon sieben tage am stück gelaufen. Also entscheide ich kurzentschlossen, noch einen tag an diesem schönen ort zu bleiben. Dass es genau in dem moment zu schütten anfängt bestärkt meinen entschluss nur noch. Ich bleibe also und verbringe den grössten teil des tages in meinem kopf da ich endlich wieder einmal die energie und zeit habe an einer meiner kurzgeschichten zu schreiben. Sieben seiten bis jetzt. Noch weiss ich nicht wie die geschichte weitergehen soll, aber das findet sich schon.

Gegen vier mache ich mich dann hungernd in richtung dorf auf. Aber da will niemand mich vor sechs uhr füttern und so blötterle ich ein bisschen herum, setzte mich an das seeufer und tue nochmals nichts. Die wolken ziehen, die sonne produziert wieder jakobsleitern am band – ich habe noch selten so viele gesehen, ob das ein zeichen ist?- und schliesslich lässt sich hotel Engel herab mich zu verköstigen. Leckere sachen gibt's da und so greife ich ein bisschen tiefer ins portmonnai als vorgesehen. Aber gutes essen ist auch etwas, das man sich gelegentlich gönnen darf. Mein eigenes gekoche ist ja mehr als banal, daher geniesse ich die interessant gewürzte asiatische suppe mit pouletspiess und spaghettini an olivienöl und peperoncini. Dann mache ich mich wieder auf den weg den berg hinauf. So haben meine beinerchens auch heute noch ein bisschen geleistet, gerade mal so vier kilometer oder so. Wenn das nicht geholfen hat!

Die kleinen knöpfe der familie marschieren an mir vorbei und der kleine junge teilt mir mit, sie seien viel auto gefahren. Das kleinere mädchen versucht sich ebenfall mitzuteilen, kommt aber gegen den schon redegewandteren bruder nicht an. Zwei süsse kleine spätze und das kurze gespräch mit ihnen tut richtig gut. So g

Ich beschiesse den heutigen tag mit dem gefühl, zwar nichts getan zu haben, dies aber mit ausdauer und vergnügen.
For ES

Sometimes having nothing to do can be a blessing. Yesterday I had done the washing, written my blog and eaten dinner. Then I wanted to write on a Jem story but I was feeling too tired. So I sat outside on a bench and did – nothing.

To my left the cows were grazing hastily, and on my right, down in a pine tree plantation a few sheep were browsing as well. The tinkling of the small sheep bells mingled with the deeper cowbells, creating an exquisit symphony. Across the lake the sun dug her rays through a few recalcitrant clouds, sending jacob's ladders down. Below, the lake flashed the light silvery back. In the distance the mountains lost all definition, turning into papercut silhouettes of fading blue. Somewhere back there the Brünnig is waiting for me to conquer it.

I realise - only in moments like this can we get an inkling about the grandiosity of god's creation. Only by doing nothing can we perceive. Those who beaver away industriously are possibly doing God's work but they won't hear God's words.

puahh... I am getting fisolofical. Happens. May I be forgiven.

Today – didn't happen

After tossing and turning way past midnight to find a position in which my legs did not complain I get up with the decision to stay put for the day. Maybe tomorrow will then be a bit easier on me and my legs. Since it starts pouring buckets right that moment I feel the weather supports my decision. All morning it continues with intermitent rain, then the sky will open up for some hot sunny moments and then draw the clouds back over. It is never sure whether it will rain again.

I spend most of the day in my head, working on the Jem story. I write seven pages, but haven't any idea how the story is going to end. It will come to me yet. At least I get the time and energy I've been missing for the past two years, to write.

Around four I walk down to the village for a bite to eat, but nobody wants to feed me until six. So I hang around at the lakefront, doing nothing again, watching the sun and shadows play across the mountains and the lake.

Finally the hotel Engel deigns to provide me with a meal. They have an interesting selection of food and I spend a bit more than anticipated but it's worth it. I really enjoy the meal. That done I head back up the mountain, some 1.5 kilometers maybe. All in all I walked maybe 4 kilometers today, and although my knees, feet and hips complain as usual, the night will show, whether the rest has done them some good. Tomorrow I plan a short walk to Lungern, so that the Brünig on tuesday will hopefully be managable. Going back down again will be the real problem. As usual.

Now I will go back to do some more writing.

1 Kommentar:

  1. was soll man dazu schreiben?
    einmal senf von mir:
    gott ist in uns und deswegen wird keiner gott verstehen, weil keiner in sich sein kann und wer das doch schafft, gehört nicht mehr in diese welt.

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